
Vibe Coding und Human in the Loop: Insights von der Directions EMEA 2025
Dieses Jahr nahm ich zum ersten Mal am wichtigsten Microsoft-Event – der Directions EMEA 2025 in Poznań – teil. Über drei Tage (2.–4. November) tauchte ich gemeinsam mit meinem Vorgesetzten, Dr. Maciej Suchomski, in die Welt innovativer Technologien ein. Wir besuchten eine Vielzahl von Sessions: Während Dr. Suchomski sich vor allem für die neuesten Entwicklungen im Microsoft-Ökosystem und für Vorträge mit hoher operativer Relevanz interessierte, konzentrierte ich mich überwiegend auf Themen rund um künstliche Intelligenz.
Die Veranstaltung umfasste über 300 Sessions, die sich im Kern um AI-Agenten, Copilot und deren Integration in Business Central drehten. Ein zentrales Thema und mein persönliches Highlight war Vibe Coding – der Ansatz, Programmierung als dialogischen Prozess zwischen Entwickler und KI zu verstehen. Der Wandel des Entwicklungsprozesses wurde besonders deutlich in der Session „Microsoft Presents: Vibe Coding“ von Steffen Balslev und Vincent Nicolas. Dort wurde gezeigt, wie AI-Agenten in Echtzeit anhand linguistisch formulierter Aufgaben autonom arbeiten können: Entwickler formulieren Anforderungen in natürlicher Sprache, Copilot interpretiert den Kontext, generiert lauffähigen Code, schlägt Optimierungen vor und steuert wiederkehrende Abläufe. Technologien wie das Model Context Protocol (MCP) sorgen dafür, dass Agenten präzise Anweisungen erhalten und zuverlässig im System agieren. So entsteht ein Ökosystem aus Agenten, Copilot-Funktionen und Kontextprotokollen, das die Entwicklerarbeit neu organisiert. Die Live-Demos verdeutlichten, wie fließend dieser Austausch zwischen Mensch und Maschine inzwischen funktioniert und wie stark er die tägliche Arbeit erleichtert. Microsoft geht davon aus, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren ein großer Teil der Codierung automatisiert ablaufen könnte, da neue Agenten nicht nur Code generieren, sondern auch Planungs-, Prüf- und Ausführungsprozesse übernehmen.

Für mich persönlich bedeutet dieses neue Ökosystem von Microsoft eine spürbare Veränderung der Entwicklerrolle: weg vom reinen Programmierer, hin zum Orchestrator intelligenter Systeme, der Kreativität, Architekturverständnis und strategische Problemlösung miteinander verbindet. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen: Effizienzsteigerung, Zeitgewinn bei Routineaufgaben und Freiraum für konzeptionelle und strategische Arbeiten.
Neben den KI-Themen besuchte ich auch praxisnahe Best-Practice-Sessions. Besonders spannend war „Advanced Coding for OGs: Best Practices Post-Update“ von Arend-Jan Kauffmann und Eric „Waldo“ Wauters. Hier wurden 43 kompakte Tipps für AL-Entwickler in Business Central vermittelt, mit Fokus auf Performance, AI-Kompatibilität (z. B. für Copilot-Agenten) und die Vermeidung von Bottlenecks in Echtzeit-Anwendungen wie Logistik-Integrationen. Jeder Tipp wurde durch ein kurzes AL-Code-Snippet, eine Erläuterung und ein konkretes Anwendungsszenario ergänzt – ein äußerst wertvoller Werkzeugkasten für Entwickler und ISVs.
Fazit
Maciej Krzan, Doktorand und Entwickler bei XTRAS forward thinking






